OKR . OKR Einführung bei einer Versicherung

Wie die R+V Versicherung mit OKR durchstarten

Jochen Geibel ist seit 18 Jahren bei der R+V Versicherung in Wiesbaden in unterschiedlichen Rollen aktiv. Auf seiner Reise im Konzern hat er sich mit Themen wie Organisationsentwicklung, Change-Management und Kultur ebenso wie mit Trendscouting und Agilität beschäftigt. Zudem ist Jochen einer der interviewten OKR-Praktiker in unserem neuen Praxisbuch "OKR in Action".

R+V Versicherung

 

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Jochen Geibel ist ein erfahrener Projektmanager bei der R+V Versicherung, beschäftigt sich intensiv mit Organisationsentwicklung, Change-Management und Agilität. Als die Chance kam, OKR als Pilotprojekt einzuführen, war er sofort begeistert. Was als Testlauf begann, entwickelte sich schnell zu einem unternehmensweiten Wandel in der Strategieumsetzung.

 

 

 

R+V Versicherung: Strategie klar – Umsetzung herausfordernd

 

Die R+V Versicherung, eines der führenden Versicherungsunternehmen Deutschlands, stand vor einer Herausforderung, die viele Banken und Versicherungen kennen: Eine klar definierte Strategie – aber Schwierigkeiten in der Umsetzung.

 

Während die Unternehmensleitung ambitionierte Ziele formulierte, fehlten klare Mechanismen, um diese in den einzelnen Abteilungen wirksam umzusetzen. Erfolgsmessung fand oft nur fragmentiert statt, und viele Mitarbeitende konnten nicht nachvollziehen, wie ihre tägliche Arbeit zur Unternehmensstrategie beitrug.

 

Struktur, Agilität und Transparenz – Ein Spannungsfeld

 

Ein zentrales Problem war die gewachsene Unternehmensstruktur: Sie sorgte zwar für Stabilität, machte es aber schwer, schnell auf Marktveränderungen zu reagieren. Dazu kam die besondere Herausforderung der Branche: Regulatorische Vorgaben erforderten sorgfältige Planung und Compliance, standen aber oft im Konflikt mit dem Wunsch nach agiler und flexibler Steuerung.

 

Die Schlüsselfragen lauteten daher:

 

  • Wie schaffen wir eine stärkere Verbindung zwischen Strategie und operativer Umsetzung?
  • Wie machen wir Fortschritte messbar und nachvollziehbar?
  • Wie erhöhen wir Transparenz, ohne Bürokratie zu verstärken?
  • Wie gewinnen wir Mitarbeitende für eine neue, effektivere Arbeitsweise?

 

Die R+V suchte nach einer Lösung, die Agilität, Klarheit und strategische Fokussierung ermöglicht – ohne den regulatorischen Rahmen zu gefährden.

 

Themen, die die R+V lösen wollte:

  • Silodenken zwischen den Abteilungen erschwerte die strategische Zusammenarbeit

    Die Auflösung des Silodenkens ermöglichte eine bessere strategische Zusammenarbeit, fördert Wissensaustausch und sorgt dafür, dass gemeinsame Unternehmensziele effizienter erreicht werden.

  • Langwierige Entscheidungsprozesse bremsten Innovationen

    Schnellere Entscheidungsprozesse fördern nun Innovation, ermöglichen eine agilere Reaktion auf Marktveränderungen und bringen neue Ideen schneller in die Umsetzung.

  • Fehlende Transparenz über den Fortschritt strategischer Initiativen

    Durch OKR gibt es nun mehr Transparenz über den Fortschritt strategischer Initiativen. Dies sorgt für bessere Steuerung, frühzeitige Anpassungen und stellt sicher, dass Ziele effizient erreicht werden.

Die Chance: OKR als Treiber für Transformation

 

Jochen Geibel erkannte früh das Potenzial von OKR, um Transparenz und Fokus zu schaffen. „OKR zwingt uns, klar zu benennen, was wirklich zählt. Statt über Prozesse diskutieren wir endlich über Ergebnisse“, sagt er. Schnell wurde ihm bewusst, dass OKR weit über reine Zielsetzung hinausgeht – es verändert die Art zu denken und zu arbeiten: Eigenverantwortung, Priorisierung und kontinuierliches Lernen rücken in den Mittelpunkt.

 

OKR forderte die beteiligten Teams heraus, ihre bisherigen Herangehensweisen zu hinterfragen und sich auf echten Mehrwert zu konzentrieren. „Nicht mehr erledigte Aufgaben und Aktivitätenorientierung zählten, sondern ihr tatsächlicher Beitrag zum Erfolg und Ergebnissen“, so Jochen. Veraltete Strukturen wurden aufgebrochen, und Menschen in Führungsrollen lernten, Verantwortung stärker zu delegieren.

 

Ein zentraler Aspekt war die regelmäßige Überprüfung der Ziele. Statt jährlicher Rückblicke wurde ein kontinuierlicher Austausch etabliert, der schnelle Anpassungen ermöglichte. „Nicht der Plan ist entscheidend, sondern wie flexibel wir auf Veränderungen reagieren“, beschreibt Jochen einen der wertvollsten Lerneffekte.

 

Am Ende führte die Einführung von OKR zu einer stärkeren Identifikation der Mitarbeitenden mit der Unternehmensstrategie. Transparente Ziele machten sie zu aktiven Mitgestaltern, nicht nur zu Ausführenden. „OKR gibt jedem die Möglichkeit, Verantwortung für den gemeinsamen Erfolg zu übernehmen“, resümiert Jochen Geibel dementsprechend.

 

 

Für die R+V war die Einführung von OKR die perfekte Gelegenheit, um:

 

  1. Silos aufzubrechen und strategische Ziele in allen Abteilungen auszurichten.
  2. Eine neue Kultur der Zusammenarbeit zu etablieren.
  3. Agilere Entscheidungsprozesse einzuführen.
  4. Führungskräfte und Mitarbeitende stärker in die strategische Planung einzubinden.

Herausforderungen auf dem Weg zur OKR-Einführung:


Natürlich brachte der Wandel Herausforderungen mit sich. „Die größte Unsicherheit lag anfangs nicht bei den Mitarbeitenden, sondern bei uns in der Führungsebene“, erinnert sich Jochen Geibel. Führungskräfte standen vor der Frage: Wie viel Kontrolle müssen wir loslassen – und wie führen wir in diesem neuen Rahmen effektiv?

 

Doch statt Blockaden zu erzeugen, begegnete das Management der Veränderung mit Offenheit und dem Wunsch, den Prozess aktiv zu gestalten. Es war ein Lernprozess für alle: Wie schaffen wir Klarheit, ohne Mikromanagement? Wie befähigen wir unsere Teams, Verantwortung zu übernehmen?

 

„Am Ende war es nicht nur eine Veränderung für die Mitarbeitenden, sondern auch für uns als Führungskräfte. Wir haben gelernt, dass unsere Aufgabe nicht darin besteht, jeden Schritt vorzugeben – sondern Rahmen und Orientierung zu schaffen, in dem echte Eigenverantwortung entstehen kann. Und genau das hat OKR uns ermöglicht“, betont Jochen.

 

 

Die größten Herausforderungen:

 

  1. Skepsis gegenüber neuen Methoden: Viele Führungskräfte waren an klassische Zielsysteme wie MbO (Management by Objectives) gewöhnt. Die Co-Creation im Rahmen von OKR war zunächst heausfordernd.
  2. Integration in bestehende Strukturen: OKR musste in eine Organisation eingebettet werden, die stark reguliert, und nicht auf schnellen Wandel ausgelegt ist.
  3. Kulturwandel: Die Einführung von OKR bedeutete auch, eine neue Fehlerkultur zu etablieren, in der Experiment möglich sind.

    Jochen Geibel, Head of OKR
    bei der R+V Versicherung, Wiesbaden. 

 

  • Der Weg zur erfolgreichen OKR-Implementierung

  • 01
    OKR-Pilotprojekte starten

    Zunächst wurde OKR in kleineren Bereichen als „Testfelder“ erprobt, um erste Erfahrungen zu sammeln und ein besseres Verständnis für das Framework zu entwickeln. Ziel war es, früh Erfolge sichtbar zu machen, mögliche Hürden zu identifizieren und das Vorgehen schrittweise anzupassen. Diese Pilotprojekte halfen nicht nur dabei, praktische Erkenntnisse zu gewinnen, sondern auch, Skepsis abzubauen. Durch greifbare Erfolge entstand eine positive Dynamik, die es erleichterte, OKR anschließend in weitere Bereiche zu überführen.

  • 02
    Management-Commitment sichern

    Die frühzeitige Einbindung der Führungskräfte war ein entscheidender Erfolgsfaktor. Durch gezielte OKR-Trainings und Workshops wurden sie nicht nur mit dem Framework vertraut gemacht, sondern erhielten auch Raum für offene Fragen und Unsicherheiten.
    Dabei ging es nicht nur um die Methode selbst, sondern auch um die Rolle der Führung im neuen Arbeitsmodell: Wie führt man mit OKR? Wie gibt man Orientierung, ohne Mikromanagement zu betreiben? Diese Reflexion war essenziell, um Akzeptanz zu schaffen und das Management als aktive Treiber der Veränderung zu gewinnen.
    Die Trainings stärkten das gemeinsame Verständnis für Strategie, Transparenz und Eigenverantwortung, sodass Führungskräfte nicht nur OKR unterstützten, sondern es als echten Mehrwert in ihrer täglichen Arbeit erleben.

  • 03
    Prozessbegleitung als zentrale Rolle

    Die Einführung von OKR verändert nicht nur Prozesse, sondern auch Denk- und Arbeitsweisen. Ohne eine gezielte Begleitung besteht die Gefahr, dass alte Muster bestehen bleiben und das volle Potenzial von OKR nicht entfaltet wird.
    Durch die kontinuierliche Unterstützung von Thomas konnten Unsicherheiten frühzeitig geklärt, Fragen aus der Praxis beantwortet und der Fokus auf das Wesentliche geschärft werden. Besonders wichtig war es, Führungskräfte und Teams aktiv einzubinden, um Akzeptanz zu schaffen und OKR nachhaltig in der Organisation zu verankern.

  • 04
    Transparenz & Kommunikation durch Sync-Routinen

    Regelmäßige OKR-Check-ins und Reviews waren entscheidend, um den Fortschritt transparent und messbar zu machen. Sie ermöglichten es, Herausforderungen früh zu erkennen, Prioritäten anzupassen und Erfolge sichtbar zu machen. Gleichzeitig förderten sie den Austausch zwischen Teams, stärkten das gemeinsame Verständnis für strategische Ziele und sorgten dafür, dass OKR nicht nur ein theoretisches Konzept blieb, sondern aktiv im Arbeitsalltag verankert wurde.

  • 05
    Audit und kontinuierliche Verbesserung

    Nach dem erfolgreichen Pilotprojekt wurde OKR nicht einfach ausgerollt, sondern durch ein strukturiertes Audit systematisch überprüft und weiterentwickelt. Dabei wurden Erfahrungen aus der Testphase analysiert, Herausforderungen identifiziert und gezielt Optimierungen vorgenommen – von der Klarheit der Objectives bis hin zur Effektivität der Meetings.
    Dieser iterative Ansatz sorgte dafür, dass OKR nicht nur eingeführt, sondern praxisnah an die Bedürfnisse der Organisation angepasst wurde – mit nachhaltigem Erfolg.

Wie Jochen und Thomas vorgegangen sind:

  • Sog statt Druck schaffen

    Statt OKR von oben aufzuzwingen, wurde darauf gesetzt, Neugier und Interesse im Unternehmen zu wecken. Erste Erfolge aus den Pilotprojekten wurden offen geteilt, sodass Teams von sich aus erkennen konnten, welchen Mehrwert OKR bietet. Durch diese positive Dynamik entstand Sog statt Druck: Mitarbeitende und Führungskräfte wollten selbst Teil des Wandels sein, und haben sich frei dafür entschieden statt verpflichtet zu werden, was für die Akzeptanz sehr wichtig war.

  • Von „meinen“ Zielen zu „unseren“ OKRs

    OKR verändert die Perspektive: weg von individuellen Zielen hin zu gemeinsamen, übergreifenden Zielsetzungen. Statt isoliert an eigenen Themen zu arbeiten, stehen transparente, teamübergreifende Ziele im Fokus. Dieser geschaffene Wandel fördert Zusammenarbeit, gemeinsame Verantwortung und eine stärkere Ausrichtung auf den Erfolge der ganzen R+V – denn echte Wirkung entsteht nicht im Silodenken, sondern durch geteilte Ziele.

  • Sozialpartner frühzeitig einbinden

    Damit OKR nachhaltig wirkt, sollten Sozialpartner von Anfang an einbezogen werden – auch schon in Pilotprojekten. Eine enge Zusammenarbeit sorgt dafür, dass Gremienarbeit und OKR-Prozesse aufeinander abgestimmt sind und die Vorteile klar erkennbar werden. Wenn Betriebsräte den Mehrwert von OKR selbst erleben, fällt es leichter, Veränderungen nachzuvollziehen, mitzugestalten und aktiv zu unterstützen – für eine erfolgreiche Einführung mit breiter Akzeptanz.

 

 

Ergebnisse und Learnings aus der OKR-Einführung

 

Die Einführung von OKR bei der R+V Versicherung zeigte schnell positive Auswirkungen – nicht nur auf die Strategieumsetzung, sondern auch auf die Zusammenarbeit und Motivation im Unternehmen.

Die wichtigsten Ergebnisse:

  1. Bessere bereichsübergreifende Zusammenarbeit – Teams arbeiteten transparenter und zielgerichteter zusammen, Silodenken wurde reduziert.
  2. Schnellere Entscheidungsprozesse – Klare Ziele und regelmässige Abstimmungen führten zu effizienteren Entscheidungen.
  3. Höhere Motivation und Einbindung der Mitarbeitenden – Durch transparente Ziele und mehr Eigenverantwortung fühlten sich Mitarbeitende stärker als Teil der Unternehmensstrategie.
  4. Messbare Strategieumsetzung – Fortschritte wurden kontinuierlich überprüft, Anpassungen konnten schnell vorgenommen werden, um ziele konsequent zu erreichen.

 

Fazit: OKR half der R+V, Struktur mit Flexibilität zu verbinden und eine dynamische, fokussierte Arbeitsweise zu etablieren.

 

 

 

Warum OKR gerade für Banken und Versicherungen der ideale  Ansatz ist

 

Banken und Versicherungen agieren in einem hochkomplexen, stark regulierten Umfeld, in dem stabile Strukturen und Flexibilität gleichzeitig gefragt sind. OKR bietet hier einen entscheidenden Vorteil, weil es klare strategische Ausrichtung mit agilen Prinzipien verbindet.

 

  • Regulatorische Anforderungen einhalten & trotzdem flexibel bleiben – OKR sorgt für eine strukturierte Zielsetzung, die sowohl Compliance-Vorgaben berücksichtigt als auch Raum für Anpassungen lässt.

 

  • Strategieumsetzung transparenter machen – Teams und Abteilungen sehen jederzeit, wie ihre Arbeit zur Gesamtstrategie beiträgt, was Silodenken reduziert und bereichsübergreifende Zusammenarbeit fördert.

 

  • Schnellere Entscheidungsprozesse – Durch regelmäßige OKR-Check-ins werden Fortschritte kontinuierlich überprüft und notwendige Anpassungen können zeitnah umgesetzt werden, ohne auf starre Jahrespläne angewiesen zu sein.

 

  • Mitarbeitende stärker einbinden – OKR gibt Führungskräften ein Werkzeug an die Hand, um klare Prioritäten zu setzen, während Teams mehr Eigenverantwortung übernehmen und aktiv an der Umsetzung mitwirken.

 

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